Sie sind hier

Die Schule zu Schlewecke
von
Werner Fellmann
 
I. Schulgebäude und Schulgelände

 
Schlewecke besaß wahrscheinlich bereits vor dem Jahr 1600 eine Schule, denn für 1596 ist mit Heinrich Müller ein eigener Lehrer erwähnt. Das vermutlich erste Schlewecker Schulgebäude wurde 1641 im 30jährigen Krieg mit anderen 15 Häusern von der kaiserlichen Armee niedergebrannt. Es wurde 1653 wieder aufgebaut und 1683 erweitert. Diese ganz alte Schule soll etwa dort gestanden haben, wo heute das „neue“ Schulgebäude steht.1)  Vormittags wurde darin in 2 Klassen und nachmittags in einer Klasse unterrichtet.
.

Abb. 1: Die ganz alte Schule auf der 1759 gezeichneten Dorfkarte von Geitel (Ausschnitt). Das Gebäude hatte die Haus-Nr. 28, entsprechend der  Nr. der 1753 eingeführten Brandversicherung. Anders als nach heutiger Konvention ist auf dieser Karte „Süden“ oben und „Norden“ unten
Im 19. Jh. wurde das ganz alte Schulgebäude so baufällig, dass ein neues gebaut werden musste. Es entstand an der Westseite des Schulgrundstücks an der Bleekstraße und wurde am 18. Oktober 1865 eingeweiht. Das ganz alte Schulgebäude von 1653/1683 wurde abgerissen. Etwa an seiner Stelle wurde die heute noch so genannte „neue Schule“ gebaut und 1902 eingeweiht. Nun bestand die Schule in Schlewecke aus 2 Schulgebäuden mit insgesamt 3 Klassenräumen sowie einem Wirtschaftsgebäude. Bis 1979 wurde hier Unterricht erteilt, in den letzten Jahren nur noch eingeschränkt. Seit 1979 erfolgt keinerlei schulische Nutzung des Komplexes oder einzelner Räume mehr. Gleichwohl wird das 1865 errichtete Schulgebäude auch heute noch die „alte Schule“ und das Gebäude von 1902 die „neue Schule“ genannt.
Die Schule liegt im Ortszentrum neben der Kirche und dem Feuerwehrhaus. Zwischen beiden Häusern befindet sich der Schulhof. Nach Süden wird der Schulhof durch das lange Wirtschaftsgebäude abgegrenzt.
Im alten Schulgebäude westlich vom Schulhof befanden sich im Erdgeschoß 2 Klassenräume. In dem vom Schulhof her rechten und kleineren Raum wurden die 1. und 2. Klasse gemeinsam unterrichtet. In dem linken, größeren Klassenzimmer wurden die Klassen 3,  4  und 5 ebenfalls gemeinsam unterrichtet. Nach Stärke der Schülerzahlen konnte sich dies auch ändern. Im Obergeschoß war eine Lehrerwohnung untergebracht, die vom Schulhof über den Flur zwischen den Klassenräumen oder über eine Außentreppe und einen separaten Eingang von der Bleekstrasse her erreichbar war.
In der neuen Schule östlich vom Schulhof befand sich im Erdgeschoß die Schulbücherei. Dahinter lag ein großer Klassenraum, in dem die Schuljahre 6, 7, und 8 gemeinsam unterrichtet wurden. Außer der Bücherei war ein Lehrmittelraum im Erdgeschoß vorhanden. Im Obergeschoß befand sich die Dienstwohnung des Schulleiters. Nach dem 2. Weltkrieg, als akute Wohnungsnot herrschte, wurden der Lehrmittel - und der separate Büchereiraum als Wohnung genutzt. Hinter der neuen Schule lag ein Schulgarten, der zu der Lehrerdienstwohnung in der neuen Schule gehörte. In dem langen Wirtschaftsgebäude an der Südseite des Schulhofes waren die Toiletten für Jungen und Mädchen und 5 Abstellräume, ferner die Waschküche für das alte Schulgebäude untergebracht. Ende der 1950er Jahre wurde aus einem Abstellraum eine Autogarage für die untere Lehrerdienstwohnung gebaut. Über diesen Räumen befindet sich ein Dachboden. Nach Norden wird der Schulhof durch einen Zaun zur früheren Schulstraße (heute Mittelweg) abgegrenzt.
Ein zweiter Schulgarten befand sich vor der Separation von 1848 am Osterbach und danach südlich vom alten Backhaus 2)
in der heutigen Ziegeleistrasse15. Das Gartengrundstück umfasste 72 Rth.(120 Rth.= 1 Morgen) Eine Hälfte des Gartens gehörte zu der Lehrerwohnung in der alten Schule. Die andere Hälfte wurde früher zu Schulzwecken genutzt und später privat verpachtet. Um 1969 wurde dieser Garten von der Gemeinde Schlewecke verkauft. Hier steht jetzt das Haus von K. H. Klauenberg, Ziegeleistrasse 17.
 

Abb. 2: Die Schulgebäude um 1930. Vorn rechts die 1865 gebaute „alte Schule“, hinten die „neue Schule“ von 1902
 

 

II. Über die Lehrer, das Schulamt und die Rolle des Pastors.

 
Die Schulen standen in früheren Zeiten unter der Aufsicht des Schulamtes in Seesen. Im 18. Jahrhundert zum Beispiel wies das Amt in mehreren Briefen an den Magister und den Pastor auf die vorgeschriebene Schulausstattung hin, u.a. da in der Zeit um 1750 noch nicht überall die vom Amt angeordneten separaten Klassenräume eingerichtet waren. Es wurde vom Schulamt auch festgestellt,  dass die Schüler es mit der Schulpflicht nicht so genau nahmen. Daher wurde der Pfarrer aufgefordert, von der Kanzel die Bürger auf die Schulpflicht hinzuweisen. Für den Fall unerlaubten Fernbleibens wurde  Strafe angedroht.
1761 wurden die Pastoren aufgefordert, die Schüler dem Amt zu melden, die dem Unterricht fernblieben. Nun drohte sogar schlimmstenfalls Gefängnis.
Die Schule wurde im Ort durch einen Schulvorstand geleitet. Das Schulamt in Seesen überwachte auch die Tätigkeiten der Lehrer. Der Pastor des Ortes war der erste Vorgesetzte der Lehrer und musste einmal im Jahr um Ostern herum einen Bericht an das Schulamt mit der Beurteilung der Lehrer sowie einen Lehrplan abgeben (s. Anhang 6). Entsprach der Lehrplan nicht den Anforderungen der Schulbehörde, so musste nachgebessert werden, was nicht selten vorkam
2).
Heinrich Müller war1596
3) der erste namentlich bekannte Lehrer. Von dieser Zeit an leisteten in der Schlewecker Schule immer mindestens ein -  teilweise aber auch 2 bis 3  Lehrer ihren Schuldienst. Ebeling Kolshorn trat 1626 den Schuldienst in den unruhigen Jahren des 30 jährigen Krieges an und musste miterleben wie die Schule 1641 abbrannte. Danach wurde mehrere Jahre der Schuldienst in Ställen der Bauern abgehalten, bis1653 eine neue Schule gebaut war. Der Kantor Kolshorn hat über diese Jahre hinweg bis 1680 im  Alter von 84 Jahren noch Schuldienst gehalten.4) Von den nächsten Lehrern sind nur die Namen und teilweise die Dienstzeit bekannt. Der Kantor Theodor Thorhauer trat 1795 den Schuldienst in Schlewecke an, über ihn wird in den ersten Schulberichten ab 1821 berichtet 5). Er wird darin als sehr guter und fleißiger Lehrer, als sehr häuslich, wohlanständig, beharrlich und gründlich beschrieben. Er wurde 1841 von seinem Sohn Ludwig als Schulleiter abgelöst. Der hatte bereits ab 1834 als Schuladjutant hier gelehrt. Er wird in den Berichten wie folgt beschrieben: Er führt mit seiner Familie ein sehr einfaches Leben, ist sparsam und fleißig im Berufsgeschehen, erzieht die Kinder gut. Der Pastor wünscht sich darin, dass ihm dieser Mann erhalten bleibt.1876 ging Ludwig Thorhauer dann nach 44 Dienstjahren mit 70 Jahren in den Ruhestand. Er hatte zuvor in Schlewecke ein Haus gekauft, in der heutigen Ziegeleistrasse 10 (Karsten Bosse), dass er aber noch umbauen musste. Er bat deshalb um die Verlängerung seiner Amtszeit von März bis Oktober, musste dann aber bereits im Juli aufhören und verstarb am 2. Dezember des Jahres 1876. Nun wurde von Pastor Kellner  beim Schulamt in Seesen nachgefragt, wie hoch die Witwenpension sein sollte, die von der Gemeinde Schlewecke bezahlt werden musste. Um die frei gewordene Stelle als Schulleiter bewarben sich 6 Lehrer mit Lebenslauf, von denen 3 in die engere Wahl kamen. Dies waren die Bewerber Ludwig Rien, Wilhelm Schwenke und Gustav Zimmermann. Der Schulausschuss und der Pastor, der das Patronat vertrat, einigten sich auf Gustav Zimmermann, der zuvor aber noch einen Probedienst verrichten musste.
 

Abb 3: Schüler der Schlewecker Schule um 1870 mit Kantor Thorhauer vor der   Westseite des 1865 erbauten Schulgebäudes, heute die „alte Schule“ genannt.

Nach dem Ausscheiden von Thorhauer und der Übernahme durch Zimmermann wurden die Einnahmen, mit Naturalien, Erntegeläut und allen anderen Zuwendungen genau aufgerechnet und entsprechend dem Dienstantritt zwischen dem scheidenden und dem neuen Lehrer aufgeteilt.
 
Im Schulbericht für 1888 wird der Lehrer Zimmermann vom Pastor Carpzow sehr schlecht beurteilt, da er bei einem Schulfest den Pastor nicht unterstützt, sondern sich lieber bei einem Jubiläum der Zementfabrik vergnügt habe. Das Spielen der Orgel zu dem Gottesdienst überließ er dabei seinem 11 jährigen Sohn, der dies aber sehr gut konnte. Das hatte zu starken Spannungen zwischen dem Pastor und Zimmermann geführt, die in dem Schulbericht von 1888 deutlich beschrieben werden, hier aber nicht veröffentlicht werden. Die Spannungen bestanden nur zwischen dem Pastor Carpzow und dem Lehrer Zimmermann, der im Ort ansonsten ein angesehener Bürger war.
Als 1911 der Cantor Zimmermann in den Ruhestand ging,  bewarben sich mehrere Lehrer um das vakante Amt. Es wurde ein Wahlausschuss aus dem Kirchenvorstand, dem Schulvorstand, dem Gemeinderat und dem Pastor gebildet, um den neuen Lehrer auszuwählen. Man entschied sich für  Wilhelm Schrader, da dieser  schon einmal als Schuladjutant in Schlewecke  tätig gewesen war. Schrader fiel aber bereits 1914 als Soldat im 1. Weltkrieg.
In den Jahren des ersten Weltkrieges von 1914 – 1918 wechselten die Lehrer häufig. Durch Einberufungen zum Militärdienst wurden auch junge Seminaristen immer wieder als Hilfslehrer eingesetzt und ausgetauscht .
7)
Von 1921 bis 1933 blieb mit Alfred Götte ein Lehrer wieder mehr als 10 Jahre an der Schlewecker Schule. In diesen Jahren besuchten sie im Durchschnitt 65 Schüler. Götte wurde von mehreren jüngeren Lehrkräften unterstützt, bis 1925 u.a. von Paul Dittmann, der seit 1920 in Schlewecke lehrte, und 1929 – 1932 von Dr. Michaelis. Unterrichtet wurde zu dieser Zeit in 2 Klassenräumen. Ein Klassenzimmer war in der alten Schule der große (linke) Raum mit den  Klassen 1 – 4, das andere in der neuen Schule mit den Klassen 5 – 8. War nur ein Lehrer eingesetzt, mussten  in einem Klassenraum schriftliche Ausarbeitungen gemacht werden, wenn der Lehrer in der anderen Klasse unterrichtete. Bei Abwesenheit des Lehrers wurde ein älterer Schüler beauftragt, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, bis der Lehrer wieder diese Klasse unterrichtete. Der kleinere rechte Klassenraum in der alten Schule und das dahinter liegende Zimmer wurden privat vermietet.
Im Jahre 1933 wurde der Lehrer Wilhelm Angerstein von Wieda/Harz nach Schlewecke versetzt. Ab 1935 waren 2 Lehrer in Schlewecke fest angestellt. Ab 1944 stiegen die Schülerzahlen durch die aus Westdeutschland und ab 1946 dann durch die aus den deutschen Ostgebieten kommenden Flüchtlinge ständig an. Für die nun mehr als 100 Schüler waren ab 1943 ständig 3 Lehrer in Schlewecke eingesetzt. Der Hauptlehrer Wilhelm Angerstein wurde 1960 mit 65 Jahren in den Ruhestand versetzt und ging 2 Jahre später zurück in seinen Heimatort Wieda.
Sein Nachfolger wurde 1960 Wolfgang Wollesen, der bereits seit 1954 als 2. Lehrer in Schlewecke tätig war. Er blieb auch in der alten Schule wohnen.
Da Schlewecke eine größere Schulstelle war und der Verdienst über denen der kleineren Orte lag,  war sie bei den Lehrern sehr beliebt. So blieben sie häufig mehr als 30 Jahre  im Ort. Nur während des ersten Weltkrieges gab es häufig nur kurze Gastspiele.
Mit Fräulein Dorothea Kupferschmied kam 1947 die erste Frau als Lehrerin an diese Schule..

 

Abb 4: Schüler der Schlewecker Schule um 1902 mit Kantor Zimmermann vor der  Westseite des 1902 erbauten neuen Schulgebäudes. Das Bild könnte anläßlich der Einweihung des Gebäudes entstanden sein.
 

 

Schulmeister in Schlewecke: 8)                   Lehrer: 8)
Heinrich Müller                             1596. Heinrich Grabenhorst          1912.
Jürgen Peters.
Paul Dittmann                     1920 – 1925
Ebeling Kolshorn.                         1626 - 1680 Dr. Michaelis                        1929 - 1932
Frantz Christoph Buße.                1691 - 1713. Wilhelm Denecke                   1935 – 1945
ohannes Wilhelm Wunderlich. Heinz Janotta                      1946 – 1950.
Konrad Heinr. Knopf. Walter Koch                         1949 – 1954
Johannes Christ. Knopf. Dorothea Kupferschmied     1947 – 1956
Georg Ludw. Vorlop.                    1756 - 1795. Walter Düerkop                    1950 – 1951
Theodor Thorhauer                     1795 – 1841. Helmut Petzold                     1951 - 1955
Ludw. Wilh. Thorhauer                1832 – 1876. Wolfgang Wollesen              1954 – 1960
Gustav Zimmermann                  1876 – 1911.            Fräulein Fuhlrott                   1956 – 1958.
Wilhelm Schrader                      1911 – 1914.            Horst Zwicker                       1958 – 1961.
Hugo Preise                               1914. Paulus Haas                         1961
Adolf Struck                               1915. Horst Erben
Fritz Lindemann                        1916. Frau Schikora                       1970 - 1979
Walter Koch                              1917 – 1921.  
Alfred Götte                              1921 -  1933  
Wilhelm Angerstein                  1933 – 1960  
Wolfgang Wollesen                  1960 -  1974  

 
               
Hilfslehrer:
H.Wittich                               Febr. 1903               
W.Kähne                               22.9.1909                
K. Kassel                              7.10.1909 bis Ostern 1910         Seminarist           
Paul Neumann                     12.6. – 14.2.1910    
Heinrich Grabenhorst             1.9 – 30.11.1911                       Seminarist
Lehrer Freise                         Nov. 2014                                  2.Lehrer nach Schrader der einberufen war.  
Adolf Struck                          18.11.1915              
Fritz Lindemann                   15.10.1916              

 

  Abb.5: Schulbild vor der neuen Schule  mit den Lehrern 
             Alfred  Götte links und Dr. Michaelis rechts. Etwa 1930
.

III. Einzelheiten des Schulalltags

 
Zu den Aufgaben eines Kantors gehörte neben dem Schuldienst der Kirchendienst mit Glocken läuten, Kirche reinigen (Opferei = später Küsterdienst) und Orgel spielen. Hierfür gab es eine jährliche Bezahlung von 150 Mark. Zusätzlich bezahlt werden musste bei Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und dem Erntegeläut. Die Opferei wurde 1932 vom Schuldienst getrennt. Dies wurde vertraglich zwischen der Schule und der Kirche genau geregelt.
Nach 1920 waren die Kernschulzeiten im Sommer von Montag bis Freitag von 7  - 12 Uhr, im Winter von 8 – 13 Uhr. Am Samstag war bereits um 11 Uhr Schulschluss. Da für den Schulunterricht immer 3 Lehrer zur Verfügung standen, kam es bei Krankheit eines Lehrers zu keinen Schulausfällen; die Klassen wurden dann unter den anderen beiden Lehrern aufgeteilt. In den einzelnen Klassenräumen wurden immer mehrere Klassen gleichzeitig unterrichtet. So wurde mit einer Klasse gearbeitet und die anderen mussten in dieser Zeit schriftliche Aufgaben bearbeiten. Dies wechselte in einer Schulstunde teilweise mehrfach. In Berufsschulen und weiterführenden Schulen wurde immer wieder bestätigt,  dass es keinen Unterschied im Bildungsstand gegenüber Schülern aus je einer separaten Klasse gab. Nur die 1. Klasse fing später an, da sich der Lehrer mit dieser Klasse intensiver beschäftigen musste. Gute Schüler konnten nach der 4. Klasse auf die Mittelschule in Bockenem oder das Gymnasium nach Seesen bzw. Hildesheim wechseln. In Ausnahmefällen war das nach der 5. Klasse auch noch möglich. Alle anderen Schüler blieben  bis zum 8 Schuljahr in der Dorfschule und wurden dann mit dem Volksschulabschluss entlassen. Das 9. Schuljahr wurde erst 1962 eingeführt, diese Schüler wurden aus allen Ambergauorten in Bockenem unterrichtet
Schüler die dem Unterricht nicht folgen konnten, wurden nicht versetzt. Geschah dies mehrfach, mussten sie jedes 3. Jahr eine Klasse höher eingestuft werden, obwohl die Versetzung nicht erreicht war. Es gab noch keine Sonderschulen, und so kam es häufiger vor, dass Kinder aus dem 4. Schuljahr entlassen wurden.
9)
Die Kinder aus Nienhagen wurden mit in Schlewecke unterrichtet und mussten den Schulweg im Sommer wie im Winter zu Fuß bewältigen. In dem Schulbericht von 1876 werden 26 Kinder aus Werder aufgeführt, hierfür musste Werder 130 Mark Schulgeld an die Schule in Schlewecke zahlen. Ob die Kinder aus Werder ständig in Schlewecke unterrichtet wurden kann nur vermutet werden. Später besaß Werder eine eigene Schule, die im Jahre 1960 aus Mangel an Kindern wieder geschlossen wurde. Diese Kinder mussten nun ebenfalls in Schlewecke unterrichtet werden. So gab es auch in den Nachkriegsjahren immer genügend Schüler für die Schule in Schlewecke.
Früher waren die Lehrer im Ort Respektspersonen, die auch die Erziehung zum Teil mit übernahmen. Unter den erzieherischen Maßnahmen gab es auch noch die Prügelstrafe. Der Schüler musste nicht nur bei schulischem, sondern auch bei Fehlverhalten in der Öffentlichkeit mit ihr rechnen. Hatte ein Schüler etwas „ausgefressen“ so wurde er bei Bekanntwerden vom Lehrer  in der Schule gemaßregelt. In ernsteren Fällen musste der Schüler nach vorn vor die Klasse kommen und sich über eine Schulbank beugen. Dann wurde er vom Lehrer mit dem Rohrstock oder Gürtel geschlagen. Bei kleineren Delikten gab es auch mal eine Ohrfeige oder eine Kopfnuss. All dies passierte auch in den 1950er Jahren noch.
Nach der Gebietsreform 1974 wurden die Schüler ab der 5. Klasse mit dem Bus nach Bockenem gefahren. In Schlewecke gab es nur noch eine Grundschule, die 1979 geschlossen wurde. Nun wurden alle Kinder aus dem Ort mit dem Bus zum Unterricht nach Bockenem befördert.
Geheizt wurden die Klassenräume der Schlewecker Schule im Winter mit je einem Holz-Kohle-Ofen. Er wurde morgens um 7 Uhr von der Frau, die die Klassenräume säuberte, mit Holz angezündet. Nachdem das Feuer richtig brannte, wurden dann Kohlen nachgelegt. Die Schüler die nun nach einander morgens den Klassenraum betraten, sammelten sich erst einmal rings um den Ofen, um noch miteinander zu reden.
Die Schule besaß in der Schlewecker Forst einen Holzanteil, von dem jedes Jahr das Holz zum Feuern geliefert wurde. Das Holz wurde aus dem Wald in Meterenden von Landwirten des Ortes  im Winter angefahren und in den 1950er und 1960er Jahren von Richard Willborn mit seiner Motorsäge gesägt, Vom Gemeindediener wurde es gespalten und in einer Dieme auf dem Schulhof zum Trocknen aufgestapelt. Im Herbst mussten dann die älteren Klassen das Holz während der Schulstunden auf den Boden des Wirtschaftsgebäudes bringen. Hierfür wurde eine lange Schlange von dem Holzstapel bis auf den Boden mit den Kindern gebildet und das Holz von Kind zu Kind weiter gegeben. Dabei mussten die jüngeren Kinder auf dem Schulhof und die älteren auf der Leiter zum Boden und oben auf dem Boden stehen.9)  Nachdem die Schule 1979 geschlossen wurde, ist das alte Schulhaus 1989 von der Stadt Bockenem verkauft worden. Die neue Schule gehört der Stadt Bockenem. Hier wurde im Erdgeschoß der Dorfgemeinschaftsraum eingerichtet. Das Obergeschoß ist privat vermietet. Von dem Schulhof wurde der untere, kleinere Teil mit  dem alten Schulgebäude verkauft. Der obere,  größere Teil des Hofes gehört mit zur  neuen Schule und wird bei Veranstaltungen wie Dorffesten und sonstigen örtlichen Veranstaltungen genutzt
.

Abb. 6: Die Gebäude der ehemaligen Schlewecker Schule 2015. Links das Feuerwehrhaus
 
Abb. 7: Die neue Schule mit Wirtschaftsgebäude 2015

Anmerkungen/Quellenhinweise
 1)  Strauß, Karl, Untersuchungen zur Ortsgeschichte von Schlewecke (Amt Lutter). Maschinenschriftliches Manuskript, Schlewecke 1936.
     Siehe weiterhin : Corpus Bonorum und Jura  der Kirche, Pfarre etc. in dem Dorfe Schlewecke Amts Seesen. Auf Serenissimi gnädigsten Befehl
     vom 28. Mai 1746
2);5);6);7)  Vgl. diverse Unterlagen zur Geschichte der Schlewecker Schule im Stadtarchiv Bockenem
        3);8)   Freitag, Friedrich, Vom Hainberg zum Weinberg. Volkersheim 1953, S. 149, 150.
            4)   Freitag, Friedrich, Die Schulen im Ambergau gestern und heute. Volkersheim 1966
            9)  Eigene Erinnerungen des Verfassers aus den 1950er Jahren.

Der Verfasser dankt Robert Linde für eine Durchsicht des Manuskripts.

 

Auflistung der nun folgenden Anhänge.
  • Anhang 1:   Tabelle über Einwohner, Schülerzahlen, Schulstunden und Schulzeiten, entnommen aus den Schulberichten der angegebenen Jahre.
  • Anhang 2:   Tabelle zur Zahlung von Schulgeld
  • Anhang 3:   Tabelle mit 3 Stundenplänen aus den Jahren 1866 – 1869
  • Anhang 4:    Bezahlung eines Kantor zwischen 1840 und 1911 und eine Auflistung des Grundvermögen der Schule
  • Anhang 5:    Voranschlag zur Schulkasse 1912/13.
  • Anhang 6:    Auszüge aus Schulberichten der Jahre           1829 Theodor Thorhauer
                                                 1847 Ludwig Georg Thorhauer
                                                          1875 Angabe zur Größe der Schule
  • Anhang 7:    Das Erntegeläute betreffend
  • Anhang 8:    Gebühren für Schulvisitation 1861
  • Anhang 9:    Namenliste von Fehltagen der Schüler um 1840
  • Anhang 10:  Weitere Bilder mit Schulklassen und den Lehrern.

 

Anhang 1:
Tabelle über Einwohner, Schülerzahlen, Schulstunden und Schulzeiten, entnommen aus Schulberichten der angegebenen Jahre.

                                                                                    .

                                                                               
                     

 

Anhang 2:
 
 Schulgeld. Das Schulgeld musste  je Kind und nach Alter der Schüler bezahlt werden. im Winterhalbjahr  (von Johannis bis Michaelis) und im Sommerhalbjahr wurden unterschiedliche Beträge gezahlt, da im Sommer weniger  Schulstunden gehalten wurden.
 

             Schulgeld je Kind
Jahr Klasse 1
Winter
Klasse 1
Sommer
Gesamt
Jahr
Klasse 2
Winter
Klasse 2
Sommer
Gesamt
Jahr
1821 16ggr 4 ggr. 16 Pf 20 ggr. 16 Pf. 12 ggr 4 ggr. 16 ggr.
1838 16 Mark 4 Mark 16Pf. 20 Mark 16 Pf. 12 Mark 4 Mark 16 Mark
1848           1 Rthl
1875           5 Mark
             

                                                   Nach Verordnung vom 23 Okt.1823.
                                             ggr.  = gute Groschen 24 ggr ~ 1 Rthl
                                             Rthl.=  1 Rthl ~ 2,88 Mark;  ab 1890 3,00 Mark
 

3 Anhang:
 

Die folgende Tabelle zeigt 3 Stundenpläne aus den Jahren 1866 – 1869.
 

Stundenplan Ostern bis Johanni 1866/67/68

Uhrzeit

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend
6 - 7 Bethstunde
Fällt bald Ostern weg
Religionsunterr.   Religionsge
schichte.
Religionsunterr.  
7 - 8 Leseübungen
Deutsche Sprache
Schreiben Bibelstunde Lehre Deutsch. Sprache Schreiben Bibelstunde
Erklärung der Hauptstücke
8 - 9 Kopfrechenen Geographi
Naturlehre
Tafelrechnen Geographi 66/68
Naturlehre 67
Leseübungen Singen
 9 -10     2.u.3. Singen     2.Religions
unterr.
10 - 11 2 u. 3
Anschauungsunterr.
Gemein.Kenntnisse
Religionsunterr. 2. Schreiben u. Rechnen
3. Lesen
2.u.3.Anschau
ungsunterr.Ge
meinnütz. Kentnisse
2.u.3. Anleitung zum Schreiben Zählen u. Rechnen 2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
11 - 12 2. Schreiben und        Rechnen
3. Lesen
2. Lesen
3. Schreiben u.    Rechnen
  2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
2. Schreiben u. Rechnen
3. Lesen
 

 

      Stundenplan Johannis bis Michaelis 1866/67/68
Uhrzeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend
7 - 8 Geographi 66/68
Naturkunde
Wiederh.der
Predigt
Religions-
unterricht
Bibelkunde Religionsuterr.
Mit Geschichte
Religionsunterr. Bibelkunde
Kurze Erklärung der inrikopner Hauptstücke
 
8 - 9 Leseübungen Schreiben Tafelrechnen Schreiben Kopfrechnen Singen  
9 -10 u. Sprachunterr.
2.u.3. Auffassungsunterr. Gemeine Kenntnisse
2.u.3 Religions-
unterr.
2.3. Singen 2.u.3. Anschauungsunterr. Gem. Kenttnisse 2.u.3. Anleit. Zum Schreiben Zählen u. Rechnen 2.u.3.Religi-
onsunterr.
 
10 - 11 2. Schreiben u. Lesen
3. Lesen
2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
2. Schreiben u. Rechnen
3. Lesen
2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
2. Schreiben u. Rechnen
3. Lesen
2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
 
 
Stundenplan Michaelis 1866 bis Ostern 1869
Uhrzeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend
8 - 9 Bethstunde
Wiederh.der Predigt
Religions-unterricht Bibelkunde Religions-geschichte mit Geschichte u. überhaupt Religions-unterricht Bibelstunde
Erklärung des Perikochen Hauptstücke
9 -10 Leseübungen Schreiben Tafelrechnen Schreiben Schreiben Singen
10 - 11 Deutsche Sprache Naturlehre 2.u.3. Singen Deutsche Sprache Leseübungen 2.u.3. Religions-
unterricht
11 - 12 Singen Tafelrechnen 2.Schreiben u. Rechnen
3. Lesen
Gemeinnützige Kentnisse Kopfrechnen 2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
1 - 2 2.u.3. Anschauungsunterr.
Gemein.Kenntnisse
2.Relegions
unterricht
  Anschuungsunterricht Gemeinnützige Kenntnisse 2.u.3. Anleitung zum Schreiben Zählen u. Rechnen  
2 - 3 2. Schreiben u. Rechnen
. Lesen
2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
  2. Lesen
3. Schreiben u. Rechnen
2.Schreiben u. Rechnen
3. Lesen
 

 


Anhang 4:
Die Bezahlung eines Lehrers
 
Jahreseinnahme des Kantors 1875
Zuschussbewilligung aus der
. a. Kloster Reinertrags = Kasse                                                       150 Mark
. a. Kreiskasse                                                                                    75 Mark
. b. Gemeinde = Mittel                                                                      158 Mark  35 Pf.
. c. Schulgeld  (a.5 Mark)                                                                 455 Mark
Aus dem Grundvermögen                                                                511 Mark  65 Pf
                                                                                            Sa.      1350 Mark (jährlich)
Bei dem Schulgelde sind 91 Schüler als normal angenommen, während gegenwärtig nur 81 Schüler vorhanden sind.
 
  • Einkünfte des Kantor Thorhauer  vor dem Ausscheiden im Oktober 1876:
Einkommen aus Schuldienst                                                           1200 Mark
                          Kirchendienst                                                           150 Mark
                         Wohnungsgeld für die Dienstwohnung                       90 Mark
                                                                      Einkommen gesamt:  1440 Mark
Hieraus ergibt sich ein Ruhegeld von 1322 Mark
 
  • Einkünfte des Kantors Zimmermann vor dem Ausscheiden im Oktober 1911:
                                                     Gehalt                                         3300 Mark
                                               Kirchendienst                                      150 Mark
                                               Dienstwohnung                                   150 Mark
                                                                                              Sa.     3600 Mark  jährlich
Nach diesem Einkommen stand ihm ein Ruheeinkommen von 3036 Mark jährlich zu.
Von dieser Summe entfallen.
                                   Klosterfonds 3/39 mit                                                      233,54 Mark
                                   Gemeindeschulkasse Schlewecke 36/39                     2802,46 Mark
 
 
  • Das Grundvermögen der Schule ergibt sich aus der Verpachtung  von Äckern, Gärten, und Wiesen:
           13 Mrg. Acker                                                                                                                                      300 Mark
             2 Mrg.92 Rth. Wiesen                                                                                                                         82,50 Mark
             2 Gärten 109 Rth.                                                                                                                               27  Mark
            Benutzung gemeinsamer Plätze                                                                                                           7,30 Mark
            Naturalien;   (4 Schock Ostereier, 16 Stiege Roggen, 8 Stck. Brote und Würste)                              67  Mark
            Brennholz  1 Holzanteil=60 Mark  hiervon werden 18 Mark für heizen Schulstube abgezogen.        42  Mark
                                                                                               .                                                        Sa.         534,80 Mark ( 178 Rtl. 27 Pf.)
Die Naturalien mussten von 7 Ackerhöfen  je 2 Stiege und 4 Halbspännerhöfen a. 1 Garbe Roggen erbracht werden  . 
 
Das noch immer vorhandene Ackerland und die Wiesen werden von der Stadt Bockenem verpachtet.

 

Anhang 5:

Voranschlag zur Schulkasse 1912/13
 
Voranschlag der Schulkasse zu Schlewecke
Aufgestellt in der Schulvorstandssitzung am 25. Oktober 1911
 

  1. Einnahme:

 

1. Schulstellen Einkommen            749,33 M.
2. Schulgeld                                    240, -
3. Zuschüsse:
a. zum Gehalt des 1. Lehrers         450, -
                              2. Lehrers         470, -
6. Wegen Ermäßigung des
    Schulgeldes                                250, -
7. Miete für das alte
   Schulhaus                                      50, -
                                                    2489,33 M.

 
 

Ausgaben:
 

  1. Gehalt des 1. Lehrers                    1800, - M.
  2. Gehalt des 2. Lehrers                      900, -
  3. Pension f. Kantor Zimmermann     2802,46
  4. Für Kirchendienst                             150, -
  5. Handarbeitsunterricht                         60, -
  6. Lehrmittel                                           30, -
  7. Reinigung der Zimmer                       70, -
  8. Stauböl                                               12, -
  9. Heizung Zimmer                               250, -
  10. Reparaturen                                       50, -
  11. Schulvisitation                                      5,50
  12. Versicherung des Inventars                  5, -
  13. Schornsteinfegerlohn                            9, -
  14. Unvorhergesehenes                            50, -
  15. Tinte Kreide und Saiten                       20, 
                                                           6213,46 M.

 
Also wurde, Ausgabe gegen Einnahme gerechnet                          2489,33 M.
                                                                       Minus                          6213,46 M.
                Der Gemeindeseitig zur Schulkasse zu leistende Zuschuß              3724,13 M. betragen.

Es folgen nun Auszüge aus verschiedenen Originalunterlagen.
Es wurden hier bewusst teilweise die Originaltexte aus den Unterlagen übernommen um die Schreibweise und Formulierungen wiedergeben zu können. Die Übertragung der Dokumente in die heutige Schrift hat Karl Müller vorgenommen.
 

Anhang 6:

 
 

Auszüge aus den Schulberichten
Weitere Berichtskriterien waren am Beispiel 1829:

Name, Alter, Dienstjahre: Theodor Thorhauer 61 Jahre alt und 34 Dienstjahre.
Leben und Wandel: Häuslich und wohnlich und wohlanständig.
Fleiß und Methode: beharrlich und gründlich und bisweilen durch Krankheit gehemmt.
Disciplin: Gute Ordnung ohne große Strenge.
Nebengeschäfte: Privatunterricht und Oeconomie der Schulkinder.
Classen combiniert oder separirt unterrichtet: Große und kleine Schule separirt,
Schülerzahlen und Schulzeiten siehe Tabelle
Schulgehen, von welchen Alter: Vom 5ten Jahre an
Schulbücher; a. gewöhnliche, b. nebenher eingeführte:
  1. Bibel, Gesangbuch, Katechismus, Lesen: Kinderfreund von Willenfahl
  2. Grundkurs und großes Rechnen, Zahlen, Baunigerten Kopfrechnen, Küsters Bibelgeschichten, Horburgs Gesanglehre.
Schulgeld in jeder Classe und jedem Quartale: Große Schule, von Michaelis bis Johannis, Quartal 8 ggr.  Von Johannis bis Michaelis 2 ggr 8 Pf. Kleine Schule von Michaelis bis Johannis, Quartal 6 ggr.  Von Johannis bis Michaelis 2 ggr.
Schulstube, ob eine vorhanden und wie beschaffen sey : Die Schulstube ist notdürftig eingerichtet.
Schulprüfung und Conferenz, ob und wann sie gehalten werden: In der Regel wöchentlich, hat aber wegen Krankheit des Pastors im Herbst und Winter einige Zeit ausgesetzt
Schulvisitation des Superindenten wann sie zuletzt gehalten worden: 1821.

 

  • Tabellarischer Bericht der Schule, eingesandt um Ostern 1847. In der Spezialinspection.
Name des Orts.
Schlewecke Schule Ac.
Des Schullehrers.
2. Name, Alter und Dienstjahre:
Ludwig Wilhelm Thorhauer, Cantor, Geb. 26. Febr. 1806, alt 40 Jahre im Dienste
15 Jahre.  
3.Leben und Wandel:
Er führt mit seiner Familie ein sehr einfaches Leben, lässt sich damit nur nichts zu Schulden kommen, sondern zeichnet sich durch echte Frömmigkeit, Sittlichkeit, Freundlichkeit und Gefälligkeit, Wirtschaftlichkeit und häusliche Ordnung aus. Wenn mir früher mal einzelne Berichte bekannt gemacht, gegen auch, da ich immer sehr gütig gewesen bin, ist auch fern von allen Schulmeister Makel gewesen.
4.Fleiß und Berufstreue:
er merkt nicht alles seiner Schule geschäftliches er weiß aber sondern bildet sich ganz augenscheinlich mit vieler Lust an seinem Quantor mentor fest, und nimmt gern Gutes an auf. Er besitzt freilich nur mittellmäßig jedoch für die Landschule ziemlich hier reichende Cantors, welches Urtheil sich vorzieht auf die Orthographi und die Reaction bezieht - was aber reicht wohl den Kindern recht gut beizubringen. Iäst den Kindern vielleicht etwas
zu viel von früh an auswendig lernen, erziehlt aber dadurch ein gutes Resultat, vernachlässigt jedoch dabei keineswegs von Großtheil der Kinder und leitet verläßlich zum Denken an,
wobei freilig noch Nachhilfe nöthig ist, benutzt mit Vortheil mitunter die großen Kinder zu Fortsetzen der .Kleinen ohne selbst
tätig sein.

 

  • In dem Schulbericht von 1875 wird die Größe der Schule angegeben
Grundstück einschließlich der Gebäude 28 605 m3
Grundfläche des Schulgebäudes                  150 m3
Erbaut ist dasselbe                                        1865
Gemischte Klassen                                       3
Verfügbare Schulzimmer                               2
Regelmäßig genutzt                                      1
Jährlicher Schulgeldsatz                               5 Mark
Größe des Schulzimmer:                              Länge = 6,12 m
                                                                       Breite = 5,65 m
                                                                       Höhe  = 2,90 m
Lehrerwohnung 234 m2 Grundfläche ohne Boden und Keller, bewohnbare Räume: 9 Fenster 5 davon 2 südwärts, 3 ostwärts links der schreibenden Schule 2, hinter 3.Glasfläche eines Fensters 0,798 m3, sämtliche 3,92 m3  .Ofen  von außen geheizt, vom nächsten Sitzplatz 1,52 m entfernt. Abtritte getrennt von Schulhaus:
Brunnen gut.
     

                                                                                 

 

Anhang 7:

Das Erntegeläute betreffend
1. Protocoll des Schulvorstandes vom 23. Sept. 1860.
ad 2 b. Während der Ernte wird jeden Alltag morgens zwischen 11 u. 12 ein Schauer mit der kleinen Glocke geläutet.
ad 3 b. Der Lehrer erhält für das ganze übrige Glockengeläute keine besondere Gratification; nur für die Ernteschauer erhält er von den 7 Ackerleuten a.
           2   Stiege = 14 Stiege Rocken, u. von 2 Halbspänner a. 1 Stiege = 2 Stiege Rocken.
ad 5 Die Einnahme beträgt also 16 Stiege Rocken. Für 2 Stiege ist bereits Entschädigung von Halbspännerhöfen in Grundstücken geliefert.
ad 6 Die ad 5 bezeichneten Gebühren mußten jedenfalls dem Lehrer verbleiben, auch ist derselbe gern bereit, das übrige Geläute als Kirchendienst bei
        zu behalten, wenn ihm nur das Hauptschauer unmittelbar vor Anfang des Gottesdienstes abgenommen werden kann.
ad 7 Das Interesse der Kirche und Schule ist vollständig gewahrt, wenn dem Opfermann das Hauptschauer, wie ad 6 gewünscht ist, abgenommen wird.
        2. Consistoral. Nachricht vom 5. Juni 1861. Das Läuten der Glocken und das Reinigen der Kirche liegt den Lehrern als Kirchendienern vom 1. Januar 
       1868 nicht mehr ob, die Einnahmen welche dieselben aus den Kirchencassen oder anderweitig dann bezogen haben, fallen also hinweg und sind bei der
       Veranschlagung nicht weiter zu berücksichtigen, wie denn auch ein Absatz an den Einkünften für Remunarirung von Glockenläuten nicht stattfindet.
3. Aus dem Schulanschlage von 1840.
      Im Verzeichniß von 1833 stehen 18 Stiege Marktgarben, von 7 Ackerhöfen u. 2 St. u. von 4 Halbspänner a 1 Stiege. In diesem Verzeigniß nur 16 Stiege.
       Für 2 Stiege, 1 Wurst, 1 Brot, 12 Eier und 2 mgr. Neujahrsgeld ist der Osterbachsgarten 1834 angewiesen ( in Bolms Hofe u. Schäferhofe)
 

 

Anhang 8:

Brief an Pastor Kuhn und den Schulvorstand vom Schulinspector Schumann aus Seesen zur Berechnung der Gebühren für eine Visitation im Mai 1861
 

                                                                                                 S. Hochehrwürden                       
                                                                                             Dem Herrn Pastor Kuhn
Hds.                                                                                                     zu
P.Schumann                                                                                  Schlewecke
                                                                                                  bei Bockenem
 
Gebühren für Schulvisitationen

Wie den Gemeindevorständen in der Inspection Seesen unterm 25. Januar d.J. von Herzoglicher Kreisdirection Gandersheim eröffnet worden ist, bin ich auf Grund des Referichts Herzoglicher Staatsministeriums vom 3. Februar 1854 berechtigt, die behuf Vornahme von Schulvisitationen entstandenen Transportkosten bis zum Betrage der Extraposttaxe mit regtitacrien (abrechnen) zu lassen.
Die Transportkosten berechnen sich nur für eine Reise von hier bis Schlewecke und retour also:
a. 2 Pferde, a. Pferd und Meile 12 ggr., für 2 1/2 Meilen = 2 Rthl   .ggr  .      Pf.
b. 1 Wagen a. Meile                    8 ggr.                                                   20
c. Trinkgeld a. Meile                   5 ggr.                                                   12           5
d. Dem Wagenmeister für Schmier                                                          2           5
            dazu
e. für die Rückreise, die Hälfte von Pos. 1, 2 u.3                1                 16           3
                                                                   in Summe:        4 Rthl.         21 ggr.    3 Pf.
Da ich indessen für meinen Transport nach Schlewecke behuf der vom 29. Mai d.J. da selbst gehaltene Visitation der dortigen Schule nur 4 Rthl. Verausgabt habe, so liquidiere ich auch nur diese Summe und bitte um deren Einsendung, bemerke aber zugleich, daß ich nur das Recht, den vollen Betrag der Extraposttaxe in Anspruchnahme, ausdrücklich vorbehalten muß.
Seesen, den 30. Dezember 1861
Der Schulinspektor
JP Schumann

Anhang: 9

Eine Namensliste mit Fehltagen im Jahr 1840, zu der Zeit von Theodor Thorhauer
 

Namen des Vaters Namen des Kindes Monat Monat Monat
    Januar Febr. März
      entschuldigt.  
Classe 1          
1. Heinr.Ekkerlebe Minna Ekkerlebe    1 kr.   2 kr 1 kr.
2. Wilhelm Sander Caroline Sander 2 kr.     2 kr.
3. Heinrich Harbort Anna Harbort 8 kr.   4 kr. 6 Kr.
4. Wittwe Schatz August Schatz     6 kr. 1 kr.
5. Wilhelm Hesse Auguste Hesse     8 kr. 2
6. Wilhelm Meyer Caroline Meyer 4 kr.   2 kr.  
Classe 2 und 3.          
1. Christ. Ziegenbein Christian Ziegenbein     8 kr. 4 kr.
2. Christian Brandes Carl Brandes     14 kr. 4 kr.
3. Christian Wolf Heinrich Wolf     8 kr. 3 kr.
4. Heinrich Bolm August Bolm     6 kr. 1 kr.
5. Carl Gahre CarlGahre 2 kr.   3 kr.  
6. Christian Linne Caroline Linne     2 kr. 3 kr.
7. Christ. Bleckwend Caroline Bleckwend     4 kr. 2 kr.
8. Christ. Bleckwend Henriette Bleckwend     5 kr.  
9. Christ. Bodenstein Auguste Bodenstein     6 kr. 2 kr.
10. Aug. Schumann Auguste Schumann        
Schlewecke, den 21. sten April  1840        
  Th. Thorhauer.    

 

Anhang : 10
Weitere Bilder mit Schulklassen und den Lehrern.
 

      Abb.8: Schulbild vor der neuen Schule  mit  Lehrer
                 Wilhelm Angerstein etwa 1938
.
 
   Abb.9: Schulbild vor der neuen Schule  mit 
              Lehrer Janotta etwa 1948.

 
  Abb.10: Schulbild vor der alten  Schule auf dem Schulhof 
              mit  Lehrerin Fräulein Kupferschmied.
1956.
              Im Hintergrund die Kirche und ein Teil der Pfarrscheune.
              Rechts eine Holzdieme..

 
 
   Abb.11: Schulbild vor der alten  Schule auf dem Schulhof 
                mit  Lehrer Wolfgang Wollesen 1955

 
    Abb.12: Schulbild vor der alten  Schule auf dem Schulhof 
                 mit  Lehrerin Frau Fuhlrott 1957

 
    Abb.13. Schulbild von 1960 vor der alten Schule auf dem
                 Schulhof  mit Lehrer Wollesen (hinten).
   Abb.14. Schulbild etwa 1968 auf dem Schulhof mit Holzdieme
                links. Im Hintergrund das Feuerwehrhaus und rechts
                ein Teil der Pfarrscheune